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Pantheon, 20.12.2007

„Habt ihr schon mal etwas gekauft, was ihr gar nicht haben wolltet?“ - Das war der Beginn eines genialen Abends gestern. Gesprochen wurden diese bedeutungsschweren Worte von Sabine, die mitteilen wollte, dass sie eine Karte mehr für das Wise Guys Konzert im Pantheon hatte, als sie brauchte. Ich reagierte sofort, und frage nach, ob ich diese Karte haben könne.
Dies geschah noch im September, also vor Beginn des Semesters. Ich wusste also noch überhaupt nicht, ob es mir überhaupt möglich sein würde zu kommen, denn Freitags hatte ich normalerweise Parktikum an der Uni, und das würde ich nicht ausfallen lassen können. Als ich dann aber einige Zeit später sah, dass der Freitagstermin vor Weihnachten sowieso frei war, stand fest: Ich gehe am Donnerstag vor Weihnachten zu den Wise Guys. Ich teilte Sabine also mit, dass ich die Karte nehmen würde, und der Deal war perfekt.
Gestern war es also so weit. Ich hatte vorher mit Sabine einen Treffpunkt ausgemacht (_vor_ dem Pantheon), nur keine Handynummer ausgetauscht. Das wäre spießig gewesen, und hätte uns eine dreiviertelstunde Spaß gekostet. Dass es Winter ist, und somit kalt sein könnte, war mir da nicht in den Sinn gekommen. Ich stand also ab 18h an der Treppe, und wartete. Ziemlich lange, denn die Autobahnen waren alle zu. gegen 20 nach kam Silke, und leistete mir Gesellschaft. Wir hüpften durch die Gegend, sangen, und lachten, und hielten uns so warm, bis um kurz nach 7 endlich meine Karte da war. ;-) . Wir gingen rein, und trafen Almut, die auch die letzte benötigte Eintrittskarte für uns mit hatte.
Da es schon kurz nach 7 war, konnten wir direkt rein gehen, und die für uns von Niko frei gehaltenen Plätze – direkt am Bühnenrand- einnehmen. Damit hatten wir nicht gerechnet. So weit vorne zu sitzen ist grade im Pantheon ein besonderes Erlebnis, denn der Ausdruck feucht-fröhlich feiern hat hier eine ganz besondere Bedeutung. Die Zeit bis zum Beginn des Konzertes verbrachten wir mit kennen lernen (einige von uns hatten sich vor dem Konzert noch nie getroffen), rumblödeln, Getränke und Salzstangen bestellen und Bierdeckel zum Abdecken der Getränke organisieren.
Pünktlich zum Konzertbeginn war alles da, und wir freuten uns auf die Show. Diejenigen, die am Abend vorher schon da waren hatten schon berichtet, dass diese Show um einige Elemente beschnitten war, durch die unglaublichen Ausmaße der Bühne. Wer das Pantheon kennt weiß, dass die Bühne dort – sagen wir mal: „Nicht groß“ - ist. Da nun aber Weihnachtszeit ist, und die Arbeiter über Weihnachten frei haben sollten stand nun auch noch die Deko für ein Event kurz nach Weihnachten schon auf der Bühne, sodass den 5 Kölnern effektiv etwa 1,5 bis 2 m platz in die Tiefe blieb. Choreographie ade!
Dazu machten wir uns Sorgen, dass die Stimmung ausbleiben könnte. Aus früheren Pantheon-Mitte-Konzerten wussten wir, dass die Randkonzerte (also das erste und letzte der 4) oft besser waren, als die in der Mitte, und befürchteten, dass auch diesmal diese Erwartung bestätigt werden könnte. Gespannt warteten wir also, wie es werden würde (Wir hatten im Übrigen beschlossen, dass die Stimmung gar nicht schlecht sein konnte, schließlich waren wir ja da... :-D )
Es ging los mit dem Opener A/B. Eigentlich war der schon aus dem Programm raus, aber es schienen sich alle zu freuen ihn nochmal hören zu dürfen. Und das mit der Stimmung war auch bereits beim Einsatz der ersten Strophe des B-Teils erledigt. Clemens hatte wohl irgendwie das Bedürfnis den Abend schnell hinter sich zu bringen, und versuchte uns schon direkt die zweite Strophe unterzujubeln. Aber nicht mit seinen Kollegen. Die sangen brav die erste Strophe, und so musst Clemens sich wohl fügen. ;-) Aber die Stimmuing war da. Wir wussten gelich, der Abend würde klasse werden.
Weiter gings mit einem neuen Lied, dass ich noch nicht kannte. Es ist nicht immer leicht ist ein wunderbares neues Lied, dass mal wieder mit herrlichem Augenzwinkern einfach ehrlich ist. In der Choreo (die sogar auf der kleinen Bühne gut klappte) nehmen die 5 sich selbst mal weider auf die Schippe, und der Text des Lieds ist auch super! Englischlehrer werden ihre Freude dran haben...
Darauf folgte der Sonnenschein, ein ruhiges Liebeslied, mit unerwarteter Wendung, zu dem man schön grooven konnte. Wohlige Gemütlichkeit gepaart mit einer guten Portion Heiterkeit bildeten so die Stimmungs-Basis für den Rest des Abends.
In der Zuschauerbefrageung kostete Dän es dann wieder mal aus, dass ja „einer von uns [Wise Guys]genullt hat“. Wer das war wurde nicht verraten, nur, dass er im folgenden Lied anfinge.
Ferenc brauchte eine Weile, bis er sein Lachen soweit im Griff hatte, dass er Sie bricht mir das Herz anstimmen konnte, und Sari litt wie üblich zu ruhiger „blues“-Begleitung.
Eddi machte danach seine Ansage zu Wir hatten eine gute Zeit. Er redete über die katholische Kirche, und wie gut diese doch ihr Publikum im Griff habe. Die seien wahre Meister des Showbuisness. Und sogar Nebelmaschinen haben die schon eingesetzt, auch wenn es früher in den Kirchen keinen Strom gab. „Dann haben die die so rumgetragen“...
Nach der „guten Zeit“ ging es sofort weiter mit Was für eine Nacht. Ein ziemlich heftiger Übergang, der bewirkte, dass die gute Stimmung nicht absackte, und gleich weiter gefeiert wurde. Mitten im Lied passierte dann Saris Malheur des Abends: einer der Bügel seiner Sonnenbrille fiel ab. (Eddi und Clemens konnte das gar nicht erst passieren, die hatten von vorneherein gar keine auf.) Wie man es von einem guten Physiker erwartet, war er aber sofort nach dem Lied in der Lage die Brille ohne fremde Hilfe weider zu reparieren. Dän konnte sich nicht verkneifen noch zu kommentieren, dass sowas „sonst immer Eddi passiert“, was zur Folge hatte, dass er sich beim Aufstellen für die nächste Choreographie (wo er neben Eddi stehen musste) sichtlich unwohl fühlte...
Es ging weiter mit dem Seemann. Dän berichtete von einer emotionalen Druckwelle, die ihnen auf den Konzerten im Norden bei diesem Lied entgegengeschwappt sei. Die war zwar in Bonn dann – laut Dän- nicht ganz so stark, aber so richtig störte das keinen, denn es ging schon weiter mit Clemens' Ansage zu Buddy Biber. Trotz der engen Bühne zogen die 5 die Choreographie durch, und zwar bis ins kleinste Detail. Sogar die Ohrfeige, die Clemens Eddi darin gab klang extrem echt, und dessen verwirrtem Blick zufolge klang sie nicht nur so.
Beim Raggae-Lied Jeden Samstag hatten Silke und ich unseren großen Auftritt. Als Mädels von der Geflügelfraktion saßen wir natürlich bei der entsprechenden Textstelle „Flügelschlagend“ auf unseren Stühlen, bis wir beim hochschauen merkten, dass uns ein amüsierter Clemens entgegengrinste. vorne sitzen heißt eben nicht nur, einen guten Blick auf die Bühne zu haben, andersrum funktioniert das auch noch ganz gut. :-D
Pfeffer wurde mit „kompletter“ Choreographier aufgeführt. Dabei musste Dän sich einige Male an seinen Kollegen vorbeiquetschen, schaffe es aber immer rechtzeitig zu den Einsätzen wieder am richtigen Ort zu stehen. Der Stimmung tat das keinen Abbruch, irgendwie passte das Wirrwar mit der engen Bühne in den chaotisch-genialen Auftritt an diesem Abend.
Zum Abschluss der ersten Hälfte sangen die 5 noch ein Lied, was für mich neu war. Die Deutschlehrerin rief gemischte Reaktionen hervor. Zum einen amüsiertes kichern und grinsen über den Text (immerhin von einem Germanisten geschrieben...) Zum anderen auch nachdenkliche Kommentare wie: „Das wäre XY gar nicht aufgefallen, dass das falsch ist...“ .
Die Pause verbrachten wir stehend und hibbelnd. Irgendwie hatte die Bewegung während des Wartens in der Kälte nicht gereicht. Ich machte Bekanntschaft mit den umsitzenden Konzertbesuchern (Es waren reichlich Taschentücher vorhanden :-D ), und mit all den Gesprächen und Lachern war die Pause schneller rum, als gedacht. Das Licht ging aus und 4 Wise Guys betraten die Bühne. Dann kam Clemens. Mundwinkel herunter gezogen, die Haare tropfnass vor'm Gesicht. Wir warteten auf Nur für dich.
Clemens ließ sich in der zweiten Hälfte aber mehr Zeit. Er verschwand noch einmal hinter der Bühne, und brauchte auch beim zweiten Anlauf einige Zeit, biss er die ersten kläglichen Töne hervorstieß. Das Publikum hörte gebannt zu. Und obwohl dieser Song mittlerweile auch zu einem Mitsing-Song geworden ist, gab es an diesem Abend erst Begleitung vom Publikum, als Dän fröhlich in den Raum rief: „Und alle!“. Dafür sagen wir umso begeisterter mit.
Danach warb Dän um Verständnis für die Männer, die sich einfach nicht so gut artikulieren können, wie Frauen, weil sie auf einen viel kleineren Wortschatz zurückgreifen können. Mit dem Lied Relativ konnte dieser Sachverhalt wunderbar verdeutlicht werden. Es folgte Clemens' großer Auftritt Teil 1. Er machte sich die Bühnendeko zu nutze, und schauspielerte wunderbar zum Lied Romanze. Sogar der Sternenhimmel wurde von der Lichttechnik super umgesetzt, und so war die Athmosphäre des Songs super zu spüren. Clemens hatte sichtlich Spaß, er schien den Abend noch mehr zu genießen, als seine Kollegen.
Zwischendurch stellte Dän noch fest, dass Eddi gar nicht sein eigenes Hemd anhatte, sondern eines, dass ihm die Reinigung mitgegeben hatte. In der ersten Hälfte hatte er nämlich bereits erzählt, dass die Reinigung ihre Wäsche zwar sauber machen, aber dafür öfter mal anderen Leuten mitgeben würde. Darauf gekommen war er, nachdem er erzählt hatte, dass er beim Konzert in Dresten zum ersten Mal überhaupt während eines Konzertes „so richtig auf die Fresse gefallen“ sei, weil er auf dem Kondenswasser der Nebelmaschine ausgerutscht war. Was man nicht alles in so einem „familiären“ Konzert erfährt.
Als nächstes wurde es wirder internationaler. Paris rief immer noch viele Lacher im Publikum hervor. Und auch diese Choreo klappte trotz der Bühnenausmaße.
Mit dem Tekkno begann dann der abgedrehteste Teil des Abends. Silke und ich mussten feststellen, dass „Headbanging“ auf nicht-techno-Stücke doch besser ist, denn schon nach wenigen Takten merkten wir das Nachlassen unserer Koordinationsfähigkeit. Trotzdem hielten wir tapfer durch, und waren auch danach noch in der Lage bei Du gehst mir nicht mehr aus dem Kopf mit zu rappen.
Mittlerweile war die Stimmung fast auf ihrem vermeintlichen Höhepunkt angekommen, jetzt sollte Sing mal wieder das Tüpfelchen auf dem i werden. Eddi sang uns die wirrsten Dinge vor, und lobte hinterher das Publikum: „Was ihr alles mit euch machen lasst...“ Was bei seinen Kollegen wieder munteres kichern auslöste. Aber das war kein Vergleich zu dem, was darauf folgen sollte:
Es kam Clemens' große Stunde. Mittlerweile war uns erfahrenen Konzertgängern ja der Bruch nach Sing mal wieder bekannt. Wir sahen Clemens an den vorderen Bühnenrand treten, und erwarteten die Worte: „Johann Sebastian Bach...“ - die aber ausblieben. Mit viel Zeit und Ausdauer erzählte Clemens etwas von „lang“, bzw „langsam“. Oder so. Das meiste ging im vergnügten Lachen des Publikums unter. Irgendwie schien er selbst nicht so recht zu wissen, was er mit dieser Ansage jetzt anfangen sollte. Seine Kollegen blickten gespannt und neugierig in die Runde und harrten der Dinge die da noch kommen sollten. Irgendwann schien Clemens eine Idee gekommen zu sein. Er legte los: „Wenn wir auf Tour sind, müssen wir unsere Familien und Freunde zurücklassen. Das ist schwer für uns.“ In diesem Moment musste Ferenc losprusten. (Warum haben wir uns nicht getraut zu fragen... ;-) ) Ab da war's vorbei. Das Publikum war am lachen, und auch die 5 Jungs auf der Bühne rangen um Beherrschung. Zunächst unbeirrt fuhr Clemens fort: „Wir sitzen dann in unserem kleinen Tourbus, und haben nur uns.“ Jetzt war es auch zu viel für die anderen 3, und alle 4 außer Clemens waren lachten los. Das Publikum sowieso. „Ja, also, wir reden dann...“ grinste Clemens etwas unsicher, und alle lachten weiter. Ein wenig hilflos versuchte Clemens es nocheinmal: „Also, ich weiß auch nicht, was daran jetzt so lustig ist...“. Jetzt war es ganz aus. Auch Clemens musste lachen. Immer wieder Lachanfälle unterdrückend brachte er die Moderation zu Ende; dass sie in der Situation ja dann von den Erfahrungen ihrer Kollegen profitieren würden, und Ferenc derjenige mit der meisten Erfahrung sei. Der musste dann seinen Tiefgang singen, was ihm auch gut gelang, auch wenn ganz offensichtlich alle 5 außer mit Singen immernoch stark mit Lachen unterdrücken beschäftigt waren. Auch das Publikum lachte noch fröhlich weiter, und Clemens' Leidensmiene kam wirkte diesmal nicht ganz ehrlich...
Das „oooh“ des Publikums, dass auf Däns Ankündigung des letzten Liedes folgte, klang zwar immernoch extrem angeheitert, war aber wohl so ehrlich gemeint, wie selten.
Wir waren gespannt auf den Song Schiller, denn Dän hatte angekündigt, dass sie ihn trotz des Platzmangels mit der normalen Choreographie vortragen wollten. Einige Laufwege wurden dadurch zwangsweise ein wenig geändert, und der mittlere Tisch vor der Bühne musste spontan Platz schaffen, ansonsten lief alles (fast) reibungslos. Nur einmal stand Sari Eddi (der hier die Hauptstimme singt) im Weg, worauf hin dieser sich sofort rächte, und sang: „... seine grauen Zell'n gehörn nicht grade zu den schnell'n...“. Wieder lachten wir los. Schade, dass das Ende jetzt schon in Sicht war. Aber es gab ja noch die Zugaben:
Wir klatschten was das Zeug hielt, und die 5 kamen tatsächlich noch einmal auf die Bühne, stellten sich auf, und Clemens legte los, mit dem Intro zu Jetzt ist Sommer. Das musste er allerdings einige Male Wiederholen, denn Dän, war der Meinung, dass doch jetzt eigentlich erst Schunkeln dran sei. Statt zu antworten sang Clemens weiter ins Mikro, und seine 3 Kollegen hielten sich raus. Irgendwann war auch Dän klar, dass er sich wohl fügen musste, und sang los. Das ganze Lied wurde im piano gesungen. So hatte ich es noch nie gehört, und ich muss sagen, ich mag die lautere Partyversion lieber.
Wieder gingen die Jungs ab, und wir holten sie noch einmal zurück auf die Bühne, wo sie dann tatsächlich auch Schnunkeln sangen. Clemens regte sich wie gewohnt über die Schunkler im Publikum auf, sogar so echt, dass ein kleiner Junge rechts vor der Bühne regungslos sitzen blieb, bis das Lied vorbei war. Der Rest des Publikums scherte sich aber wenig um Clemens' „Wutausbrüche“ und schunkelte munter mit. Schließlich kam die Stelle, in der die 4 anderen vor Clemens strammstehen müssen, und er die Reihe entlang marschiert. Dabei gibt’s für jeden einen vor die Brust. Offenbar war Ferenc' Beschwerde nach dem Konzert vom Vortag nicht auf taube Ohren gestoßen, denn statt des üblichen Schlags vor die Brust bekam er diesmal ein zärtliches Streicheln übers Kinn von Clemens. Wieder prusteten alle auf der Bühne los, und bis zum Ende des Liedes musste das Publikum die Hauptstimme singen.
Den wieder besinnlichen Abschluss des Konzerts bildete dann das Lied Oh come all ye faithful. Dän erzählte, dass Eddi das Lied arrangiert hatte, und dass sie sich einigen mussten, welche Version sie singen wollten. Im Original käme es ja aus England, und es gäbe zwei Überstzungen. Einmal die katholische, und dann die „Herbei, oh ihr Gläub'GN“. Sie sei „von seinem Verein“, mit Verweis auf Eddi. Und weil die deutschen Versionen so verscheiden seien, hätten sie dann gesagt, sie sängen doch lieber das Original. Ferenc holte zur Sicherheit noch die Noten heraus, die er aber nicht brauchte. Es war ein schöner, besinnlicher Abschluss eines schönen, albernen, wunderbaren Wise Guys Konzertes.
Ein Konzert, dass alle Erwartungen übertroffen, alle Befürchtungen widerlegt, und einfach nur Spaß gemacht hat. - Und von dem ich ordentlich Muskelkater bekommen habe. :-D

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