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Statistik?!?

Ich habe vorgestern Abend schlaflos im Bett gelegen, und den Fehler gemacht, den Fernseher einzusachalten. Dort lief - wie häufig in letzter Zeit- ein Beitrag zur Jugendkriminalität.

Ein sehr ernstes Thema, dass durch die jüngsten Geschehnisse in diversen U-Bahn(station)en in den Fokus des allgemeinen Interesses gerückt ist. Aber keinesfalls ein neues Thema.
Offensichtlich aber eins, das gut geeignet ist für Wahlkampf, und Stimmungsmache.

Was ich beängstigend finde ist der Umgang mit Fakten.
In dem Fernsehbeitrag von RTL wurde eine Statistik präsentiert, in der es hieß, das 4% der "deutschstämmigen" Jugendlichen (Ich weiß leider den politisch korrekten Ausdruck nicht mehr - ich denke, jeder weiß, was gemeint ist, und wie) zu Wiederholungsstraftätern werden, im Gegensatz dazu aber 8% der Jugendlichen "mit Migrationshintergund".
Daraus wurde schnell gefolgert, dass "doppelt so viele ausländische Jugendliche wiederholt straffällig werden, wie deutsche".

Wer schon einmal Statistiken gesehen hat, weiß, wie wenig aussagekräftig die oben genannten Zahlen sind. 4% von X ist nicht zwangsläufig halb so viel, wie 8% von Y. So, wie die Zahlen genannt wurden, waren sie überhaupt nicht vergleichbar, und die Folgerung "doppelt so viel" wäre nur richtig, wenn sich die Zahlen auf dieselbe Ausgangsmenge beziehen. Sie klingt für mich daher eher unglaubhaft. (Ich habe leider weder beim statistischen Bundesamt, noch beim AZR konkrete Zahlen finden können, gehe aber mal davon aus, dass es in Deutschland immernoch weniger "ausländische" Jugendliche, als "deutsche" Jugendliche gibt).

Aber nicht die "Mathematik" stört mich eigentlich daran, sondern die vorschnellen Äußerungen.
Für mich sind Straftäter erstmal Straftäter, egal ob mit, oder ohne "Migrationshintergrund". Und über die Abstammung der Straftäter darf man sich auch Gedanken machen, und es macht auch Unterschiede - _nachdem_ jemand straffällig geworden ist!

Sicherlich sind auch die Voraussetzungen unteschiedlich. Aber warum muss jemand eher ein Straftäter sein, nur weil er nicht aus Deutschland stammt? Ja - Statistiken können aussagen darüber treffen - aber die sollten dann auch im richtigen Zusammenhang dargestellt werden. Dann helfen sie auch weiter. Denn:
Prävention ist wichtig, und ich finde es gut, dass darüber nachgedacht wird, wie Straftaten verhindert werden können. Und Statistiken, wie oben genannt, spielen dabei ganz klar eine Rolle bei den Überlegungen.

Aber die Präsentation solch einer Statistik darf bitte nicht reißerisch so hingebogen sein, dass es gut klingt, sondern objektiv - so dass sie nützt. Denn Aussagen, wie in dem Beitrag von RTL können unheimlichen Schaden anrichten. Es gibt genug Idioten in unserem Land, die sich sowas für ihre rechten Parolen zu Nutze machen. Und dann haben wir ein noch größeres Problem!
9.1.08 09:56
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Silke (23.2.08 12:02)
Statistisch gesehen wäre mal wieder ein neuer Eintrag fällig

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